5 Tipps für den erfolgreichen Startup-Pitch

An innovativen Ideen mangelt es jungen Gründern zumeist nicht – wohl aber an Startkapital oder der nötigen Erfahrung im Gewinnen von Investoren. Gerade Firmen aus dem Hightech-Bereich, die oft als Spin-offs aus Forschungsinstituten und Universitäten hervorgehen, benötigen häufig sehr früh sehr viel Kapital.

Während vielerorts das Thema „Pitch Deck“ oder der sogenannte „Elevator-Pitch“ diskutiert wird, wird ein Kernkriterium für Investoren – die Finanzplanung – häufig gar nicht beleuchtet.

Planung statt Luftschloss

Um Investoren zu überzeugen, muss der Gründer beim ersten Treffen sein Unternehmenskonzept und dessen Alleinstellungsmerkmale auf den Punkt bringen und die Investoren neugierig machen. Er muss vor allem aber auch zeigen, dass er sich über die Finanzierung seines Vorhabens ausführlich Gedanken gemacht hat. Geldgeber legen Wert auf eine realistische Finanzplanung.

Der Seed Fonds II Aachen, vergibt Frühphasenkapital an junge Unternehmen in der Region Aachen. Worauf es uns aus Investorensicht beim Pitch um Beteiligungskapital ankommt?

1 .Lieber etwas mehr Kapital einwerben als zu knapp zu kalkulieren

Unser Erfahrungswert ist, dass der Kapitalbedarf häufig unterschätzt wird. Der Weg aus der Forschung, über die Entwicklung von Prototypen bis hin zur Markteinführung dauert meist länger als gedacht und kostet dadurch mehr Geld. Wer zeigt, dass er die Finanzierung im Vorfeld gut durchdacht hat, hinterlässt auch bei den Investoren einen positiven Eindruck.

2. Gutes, komplementäres Team aufstellen

Das Gründungsteam ist ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor. Kriterien sind hier unter anderem ein fundiertes und breites Know-how, Management-Erfahrung sowie eine realistische Einschätzung der eigenen Potenziale. Das Managementteam von einem Hightech-Startup sollte den kaufmännischen, technischen und den Vertriebsbereich personell abdecken.

3. Realistische Vertriebsvorstellungen haben

Gründer sollten genaue Vorstellungen von der Zielgruppe ihres Produktes haben und sich darüber im Klaren sein, welche Kunden und Märkte sie ansprechen wollen. Auch beim Thema Vertrieb gilt es zu beachten: Der Weg von der Entwicklung der Vertriebsstrategie bis hin zum ersten Verkauf ist meistens länger als ursprünglich gedacht.

4. Großzügigen Zeitplan festlegen

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Junge Gründer sind oft kaum zu bremsen und möchten am liebsten drei Schritte auf einmal gehen. Eine gute Gründung braucht allerdings eine sorgfältige Planung und die kostet natürlich Zeit. Ich empfehle Gründern immer wieder, den Zeitplan für die Finanzierungsgespräche aber auch für die Entwicklung und den Vertrieb der Produkte bzw. der Technik mit deutlichem Puffer zu versehen. Nur so ist es möglich, flexibel zu bleiben und einzelne Punkte in der Geschäftsstrategie situativ anzupassen und zu optimieren.

5. Finanzierung in Stufen einplanen

Die Finanzplanung der Unternehmer sollte über die Gründung selbst hinausgehen. Wer sich wertstiftende Meilensteine setzt und von einer zur nächsten Finanzierungsrunde schrittweise vorgeht, plant überschaubar und strukturiert. Meist ist von Beginn an klar, dass das Gründungskapital nur ein bis zwei Jahre reichen wird. Die erste Folgefinanzierung steht meist spätestens nach der Entwicklung des Prototyps an. Daher sollten sich Gründer einen oder besser mehrere Gesellschafter als Partner suchen, die weitere Finanzierungsrunden mittragen können. Ein weiterer Vorteil einer solchen offenen Finanzierung: Bei jeder Runde wird das Unternehmen neu bewertet und hat dabei die Chance, höher eingestuft zu werden. Somit wirkt der Gründer der Verwässerung seiner eigenen Unternehmensanteile entgegen.

Über den Autor: 
Markus-Krückemeier_Geschäftsführer-der-Managementgesellschaft-des-Seed-Fonds-II-AachenMarkus Krückemeier ist Geschäftsführer der Managementgesellschaft des Seed Fonds II Aachen. Dieser ist Teil der nordrhein-westfälischen Seed Fonds Initiative und wird aus Mitteln der NRW.BANK, der Sparkasse Aachen, der Kreissparkasse Heinsberg und der DSA Invest GmbH finanziert.

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