Wie Startups von Coworking Spaces profitieren können

Das gängige Bild eines Coworking Space ist ein großer Raum mit einem sehr langen Tisch, an dem die unterschiedlichsten Menschen nebeneinander sitzen und in ihre eigene Arbeit versunken sind. Manche von ihnen tragen Kopfhörer und hören Musik, andere haben eine Tasse Kaffee neben sich stehen und fast immer liegen verschiedene Geräte wie iPhones, iPads oder eBook-Reader neben den MacBooks, die ab und zu vielsagend mit Stickern beklebt sind, auf dem Tisch rum.

Dieses Bild eines Coworking Space ist vor allem von Freelancern geprägt oder Angestellten, die ihrer beruflichen Tätigkeit auch remote nachgehen dürfen. Beim Feierabendbier vernetzen sich die einzelnen Member dann miteinander, tauschen sich aus und entwickeln gemeinsam etwas innovatives, dass es so vorher noch nicht gab. Ein nettes Bild, aber dies ist im Idealfall nur eine Seite der Medaille. Genauso wichtig für ein Coworking Space sind Startups. Und andersrum.

Coworking Spaces brauchen Startups, da diese oft wichtige Ankermieter von Teamräumen eines Coworking Spaces sind, längerfristig bleiben, und somit eine stabile und erwartbare Einnahmequelle für ein Coworking Space darstellen. Noch ist Coworking in Deutschland ein schwieriges Geschäftsmodell und Coworking Spaces müssen verschiedene Einnahmequellen entwickeln. Zugleich sind Startups auch Member, die durch eigene Öffentlichkeitsarbeit für ein Coworking Space werben.

Warum Startups auch Coworking Spaces brauchen

Coworking Spaces profitieren also von Startups, aber auch Startups profitieren von einem Coworking Space. Zum einen bieten die meisten Coworking Spaces noch bezahlbare Raummieten an, so dass Startups den Weg aus den eigenen vier Wänden oder einem Café in ein professionelles Umfeld auch bezahlen können. Zum anderen sind Coworking Spaces auch Sammelbecken an talentierten Menschen, die man hier auf Augenhöhe besser kennenlernen kann.

coworking

Als Alexander Ljung und Eric Wahlforss SoundCloud starteten, waren die beiden Schweden Gäste im Café des St. Oberholz, welches hervorragenden Kaffee, lange Tische zum arbeiten, kostenlosen Strom und einen offenen Internetzugang anbot. Und eine Community; hier lernten sie beispielsweise mit Katharina Birkenbach ihre erste deutsche Angestellte kennen. Später nutzte das Startup dann den vierten Stock des St. Oberholz als Büro. Der gute Draht zum Wirt machte es möglich.

Coworking Spaces sind auch ein noch unregulierter Raum, in dem es auch noch wilder zu gehen darf. Am Anfang, wenn es wirklich tausend andere Lektionen zu lernen gibt, muss man sich nicht auch noch mit Themen wie der Arbeitsstättenverordnung beschäftigen, sondern kann sich freier und wilder entwickeln. Startups in einem Coworking Space müssen übrigens auch keine Haushaltsabgabe bezahlen. Coworking Spaces sind wohl die letzten wirklich freien Räume der Arbeitswelt.

Coworking Spaces bieten ungeahnte Unterstützung

Und falls es mit dem Startup doch nichts wird, ist eine Firma, die Member in einem Coworking Space ist, ja nicht im Besitz von Gegenständen wie Tischen, Stühlen und Druckern. Dies musste man sich ja als Member in einem Coworking Space nie selber anschaffen, es kann einem also bei einer Pfädung nicht genommen werden. Ein Neuanfang ist deshalb nahezu von heute auf morgen wieder möglich. Und um das berühmte Zitat von Samuel Beckett zu ergänzen: Fail safer. Fail cheaper.

Coworking Spaces bestehen aus viralen Communities und nicht nur Wänden, Tischen und Stühlen. Ein gutes Community Management kann die Entwicklung eines Startups positiv beeinflussen. Durch das Phänomen der Serendipität – das was man findet, aber nicht nach gesucht hat – können Startups sich weiterentwickeln, indem sie beispielsweise neue Menschen und Ideen auf vom Coworking Space organisierten Veranstaltungen kennenlernen.

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Coworking Spaces bieten einen von Offenheit geprägten Raum, in dem Ideen noch behutsam wachsen können. Und mit ihnen die Startups, weshalb auch für jedes Team der Moment kommt, ein Coworking Space auch wieder zu verlassen. Vielleicht in eigene Büros, wie unsere ehemaligen Member HelloFresh, oder in ein Startup-Hub wie die Factory Berlin, wo SoundCloud heute seinen Sitz hat. Coworking Spaces sind immer nur ein Teil des Weges eines Startup.

Über den Autor: 

Tobias Schwarz ist Coworking Manager des St. Oberholz in Berlin und Mitgründer der German Coworking Federation.

Autorenbild: Carolin Saage

 

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