Picavi – Smart Glasses für Logistik-Teams

Viele Menschen haben sich beim Aufkommen der Google Brille gefragt: „Was nützt mir das Ding?“. In San Francisco wurden einige Nutzer sogar als „Glassholes“ beschimpft. Nur wenige haben sich bei dem Gedanken an Smart Glasses ernsthafte Anwendungsfälle durch den Kopf gehen lassen. Picavi gehören definitiv dazu.

Das Team aus NRW hat den Mehrwert der Smart Glasses für die Logistik-Branche entdeckt und daraus ihre Geschäftsidee modelliert. Dirk Franke erklärt im Interview, wie es zu dieser Idee kam.

Kannst du dich für die Menschen, die euch noch nicht kennen, vorstellen?

Picavi-Mitgründer Dirk Franke

Picavi-Mitgründer Dirk Franke

Mein Name ist Dirk Franke. Gemeinsam mit Alexander Voß, Professor für Angewandte Informatik in Aachen, habe ich Picavi gegründet. Dabei konnte ich vor allem meine Erfahrungen als Mitgründer eines Logistiksoftware-Unternehmens einbringen.

Was genau ist bzw. macht Picavi?

Wir haben Datenbrillen für den innerbetrieblichen Material- und Warenfluss praktisch nutzbar gemacht. Unsere marktreife Pick-by-Vision-Lösung Picavi verbindet Software und Datenbrillen einfach und schnell mit der vorhandenen Systemarchitektur im Lager.

Der Lagerarbeiter wird mithilfe von Assisted Reality visuell durch seinen Arbeitsalltag geführt. Mit der konsequenten Prozessführung über das Display der Datenbrille und der Bestätigung einzelner Schritte per in die Brille integriertem Scanner ermöglicht Picavi eine deutliche Zeitersparnis. Zudem haben die Kommissionierer den aktuellen Auftrag jederzeit im Blick und beide Hände frei. Die ausgefeilte Technik hinter Picavi sorgt für einfache Bedienung von Hard- und Software: Jeder Lagerist kann die Datenbrille schon nach kurzer Zeit handhaben und hat so schnell das komplette Lager im Griff.

Was war eure Motivation zu gründen?

Als ich durch einen mir fremden Supermarkt lief und die doppelte Zeit benötigte, um meine Einkaufsliste abzuarbeiten. „Das muss doch einfacher gehen“, dachte ich mir und erinnerte mich an Gespräche mit Hochschulen zum Thema Datenbrillen in meinem alten Unternehmen. Über meine Ehefrau, die ebenfalls im Hochschulbereich tätig ist, lernte ich Alexander Voß kennen. Ihn überzeugte die Idee, Datenbrillen für Kommissionierprozesse einzusetzen. Schnell entwickelten wir das Grundkonzept und fanden Investoren.

Was hat euch bisher am meisten beeindruckt in Bezug auf eure Gründung?

Das gute Verhältnis zu unseren Investoren Seed Fonds II Aachen, DSA Invest, Venture Capital Fonds der S-UBG Gruppe (S-VC GmbH) sowie einem Business Angel und ihr positiver Rückhalt hat uns beeindruckt. Gerade in der Gründungsphase hat uns die räumliche Nähe weitergebracht: Sie haben uns nicht nur die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt, sondern uns obendrein mit für uns wichtigen Unternehmen – und auch heutigen Kunden – vernetzt und bekannt gemacht. Die beratende Funktion, die sie ebenfalls übernommen haben, half vor allem zum Start sehr.

Wie geht’s weiter mit Picavi?

Wir wollen auf die steigende Wettbewerbsdynamik reagieren und uns als relevanter Player zügig international etablieren. Im benachbarten europäischen Ausland konnten wir bereits Fuß fassen und werden unser Vertriebsnetzwerk in Europa weiter ausbauen. Als neue Zielregion haben wir insbesondere Nordamerika im Blick, wo wir vor Kurzem Partner für Vertrieb, Integration und Support gewinnen konnten.

Was ist euer ultimativer Tipp für diejenigen die selber übers Gründen nachdenken?

Aller Anfang ist schwer: Man sollte Rückschläge daher von vornherein einplanen, sie als Ansporn nehmen. Und eine klare Grundlinie ist wichtig – auch als Start-up. Es soll zwar möglich sein, flexibel zu reagieren, allerdings bedarf es auch einer gewissen Fokussierung: Nicht jeder am Wegesrand liegenden Chance sollte man hinterherrennen, sei sie auch anscheinend noch so attraktiv.

Danke für die Antworten, Dirk.

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