EYEVIDO

Ein weiteres Startup, welches ich auf der dmexco kennenlernen durfte. Meine Aufmerksamkeit hatte das junge Team, durch das kinectähnliche Modul geangelt. Denn EYEVIDO will den Eyetracking-Markt revolutionieren.

Wie das genau aussehen soll, erklärt uns das Team einfach selbst.

Könnt ihr euch, für die Menschen, die euch noch nicht kennen, vorstellen?

Wir sind eine Ausgründung der Uni-Koblenz. Zurzeit sind wir zu dritt und entwickeln unsere Crowd-Eyetracking-Software. Unsere Büros befinden sich im Technologie Zentrum Koblenz direkt gegenüber der Uni.

Was genau ist bzw. macht EYEVIDO?

EYEVIDO erhebt Eyetrackingdaten und analysiert so das Blickverhalten von Testpersonen. So erhalten unsere Kunden Einblicke in die visuelle Wahrnehmung  bei der Betrachtung Ihrer Webseiten, Flyer, Banner oder Mock-ups. In Kombination mit Befragungsdaten können sie sehen und verstehen was die Teilnehmer der Studie wahrgenommen bzw. nicht wahrgenommen haben.

So ermöglichen wir unseren Kunden aus dem Design-, Marketing- und Usabilitybereich die visuelle Wahrnehmung von potenziellen Kunden und Benutzer zu verstehen und die Gestaltung von ihren visuellen Produkten zu optimieren.

Um diese Daten zu erhalten musste man bisher ein Eyetrackinglabor betreiben und die Probanden dorthin einladen, was kostenintensiv, langwierig und unflexibel ist.

Während unserer Forschungsarbeit an der Uni-Koblenz mussten wir zur Datenerhebung auf ein solches Laborsetting zurückgreifen. Durch die Arbeit mit existierender Software zur Durchführung und Auswertung von Eyetrackingstudien wurden uns deren Beschränkungen allzu deutlich. Wir haben daraufhin die Idee entwickelt, Eyetracking aus dem Labor heraus zu holen und webbasiert neue Einsatzmöglichkeiten zu schaffen. Die Studienerstellung, Durchführung und Auswertung wurden entkoppelt und laufen auf unserem Server zusammen. Unterstützt durch verschiedene Businessplanwettbewerbe und Mentoren konnten wir dann die EYEVIDO GmbH gründen und in enger Zusammenarbeit mit Pilotkunden die Crowd-Eyetracking-Software entwickeln und auf den Markt bringen.

Was war eure Motivation zu gründen?

Wir haben vor unserer Gründung bereits in mehreren Start-ups gearbeitet und hatten daher eine ungefähre Vorstellung was auf uns zukommt. Die Arbeitsverträge an der Uni sind ohnehin immer auf ein Jahr befristet, so dass wir auch keinen „sicheren“ Job aufgeben mussten um in die Selbstständigkeit zu starten. Als dann das Thema Crowd-Eyetracking nach Tinas Promotion offen vor uns lag, haben wir nicht lange gezögert und den Schritt gewagt.

Was hat euch bisher am meisten beeindruckt in Bezug auf eure Gründung?

Aufs und Abs liegen sehr dicht beieinander. Es gibt Tage an denen es perfekt läuft und wir glaube alles richtig gemacht zu haben. Dann gibt es aber auch Tage an denen sicher geglaubte Kunden abspringen, Bugs im Live-System auftauchen und das Wochenende durchgearbeitet werden muss. In solchen Momenten darf man sich nicht klein kriegen lassen und muss einfach weiter machen.

Wie geht’s weiter mit EYEVIDO?

Durch unseren neuartigen Ansatz zeigen wir, dass Eyetrackinganalysen nicht kompliziert und teuer sein müssen. Wir möchten möglichst vielen Unternehmen den Einsatz dieser großartigen Technologie ermöglichen und durch unseren flexiblen Ansatz neue Einsatzgebiete erschließen. Wir wollen unsere Crowd-Eyetracking-Lösung so am Markt etablieren, dass Marketing und Designexperten Eyetrackinganalysen als Tool in ihren täglichen Prozessen einsetzen. Dabei können eigene Produkte optimiert werden und bisher rein subjektive Entscheidungen mit objektiven Daten unterstützt werden. Außerdem können Eyetrackingtests als Qualitätsmerkmal oder als zusätzliche Dienstleistung für Kunden eingesetzt werden.

Die Vorstellung von „Eyetrackinganalysen = kompliziert und teuer“ wird nicht mehr zu halten sein.

Was ist euer ultimativer Tipp für diejenigen die selber über’s Gründen nachdenken?

Es gibt zahlreiche Businessplanwettbewerbe oder Existenzgründerprogramme bei denen man sich bewerben kann. Bereits beim Verfassen der Bewerbung kann das Team lernen zusammenzuarbeiten und innerhalb einer festen Frist fertig zu werden. Dabei zeigt sich sehr früh ob und wie die Zusammenarbeit funktioniert. Hat das Team die Bewerbungen eingereicht, erhält es anschließend wichtiges Feedback von Außenstehenden. Sollte die Geschäftsidee bei allen Wettbewerben leer ausgehen, kann das ein Indiz dafür sein, den Businessplan noch einmal zu überdenken. Haben sich die Gründer bereits in der Bewerbungsphase zerstritten, sollte man besser noch mit der Kündigung des aktuellen Jobs warten bis sich die Gruppe gefestigt hat. Wird die eigene Idee im Gegensatz dazu mit Preisen ausgezeichnet, ist dies eine super Bestätigung den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Danke für eure Antworten.

Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, wie es bei EYEVIDO weiter geht, dann solltet ihr den Blog des jungen Startups im Auge behalten.

 

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