Crowdfunding – die alternative Finanzierung

Wer diese Tage in Deutschland mit dem Gedanken spielt sich selbstständig zu machen, ein Geschäft aufzumachen, eine Idee umzusetzen oder ein Startup zu gründen, dem ist zweifellos der Begriff Crowdfunding über den Weg gelaufen. Crowdfunding erfreut sich seit einigen Jahren in Deutschland ungeheurer Beliebtheit.

Aber was bedeutet Crowdfunding eigentlich, wie funktioniert es und für wen ist es geeignet?

Was bedeutet Crowdfunding?

Crowdfunding setzt sich aus zwei englischen Worten zusammen – Crowd (Menge) und Funding (Finanzierung). Im deutschsprachigen Raum wird dieser Begriff oft auch mit dem Wort Schwarmfinanzierung übersetzt, weil sich das Konzept mit einem Bienenschwarm vergleichen lässt. Gleich einem Bienenschwarm, in dem jede einzelne Biene mit einem kleinen Tröpfchen Nektar zum allgemeinen Wohl des Schwarms beiträgt, beteiligt sich beim Crowdfunding ein Schwarm von Unterstützern mit kleinen Investitionsbeträgen an einem für sie vielversprechenden Projekt.

Konkret heißt das also, dass viele Menschen in ein Unternehmen, ein Projekt oder eine Idee investieren und das Startkapital somit über einen gewissen Zeitraum in Stücken zusammengetragen wird, anstatt von einem einzelnen Geldinstitut, z.B. eine Bank, verliehen wird.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Gründer, die ihre Geschäftsidee auf diese Art finanzieren wollen, können ihr Vorhaben über sogenannte Crowdfunding-Plattformen im Internet vorstellen. Mit der richtigen Strategie ist es so möglich Tausende von potenziellen Unterstützern zu erreichen. Gerade für junge Unternehmen, die bei null anfangen und denen kein Eigenkapital zur Verfügung steht, ist die Direktfinanzierung durch private Investoren in der Anfangsphase oft ein wichtiger Schritt. Denn Startkapital auf dem traditionellen Weg über die Bank aufzubringen, ist für viele Startups eine große Hürde, da Banken immer Sicherheiten wie z.B. Bürgschaften oder Eigenvermögen, für die Darlehnsvergabe verlangen.

Rechtslage

Es ist also kein Wunder, dass sich Crowdfunding in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut. Seit dem Jahr 2010, als die ersten deutschen Crowdfunding-Plattformen gegründet worden sind, hat diese Form der Alternativfinanzierung riesige Fortschritte gemacht und Jahr für Jahr steigt die Zahl der erfolgreich finanzierten Projekte. 2015 wurden so fast 48 Millionen Euro investiert. Dieses sprunghafte Wachstum hat die deutsche Regierung veranlasst dem Konzept einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen zu geben. Das Kleinanlegerschutzgesetz wurde im Juni 2015 rechtskräftig and soll private Investoren vor unseriösen Finanzprodukten und eventuellen finanziellen Schäden schützen.

Crowdfunding-Modelle

Wichtig ist auch zu wissen, dass Crowdfunding eigentlich eine Art Überbegriff ist und, dass das Konzept in vier eigenständige Modelle aufgeteilt ist. Je nachdem, was für ein Projekt finanziert werden soll, müssen sich Kapitalsuchende genau überlegen, welches Modell für sie geeignet ist, denn die Gegenleistungen der Investoren sind davon abhängig.

Die komplette Infografik zu "Crowdfunding in Deutschland" kann im Blog von Viking gefunden werden.

Die komplette Infografik zu „Crowdfunding in Deutschland“ kann im Blog von Viking gefunden werden.

Crowddonating: Unterstützer spenden Geld und bekommen keine Gegenleistung, geeignet für gemeinnützige Projekte.

Crowdsponsoring: Unterstützer geben Geld und bekommen dafür eine konkrete Gegenleistung, meistens das Produkt, das finanziert wurde, oder eine Namensnennung, geeignet für Kulturprojekte oder Erfindungen.

Crowdlending: Unterstützer verleihen Geld, welches nach Beendigung des Projekts mit Zinsen zurückgezahlt wird, geeignet für Selbstständige, kleine Unternehmen oder Freiberufler.

Crowdinvesting: Unterstützer investieren Geld und bekommen dafür Unternehmensanteile, geeignet für Startups, mittelständische Unternehmen, Immobilien oder Grüne-Energieprojekte.

Wer seine Geschäftsidee gern per Crowdfunding ankurbeln will und nach dem geeigneten Sprungbrett sucht, hat die Qual der Wahl, denn seit 2010, als die ersten deutschen Crowdfunding-Plattformen ins Leben gerufen wurden, haben sich Hunderte davon etabliert. Neben größeren Plattformen, wie z.B. Indigogo, Startnext, Kickstarter, WeMakeIt oder VisionBakery, gibt es viele kleinere, die sich auf eine Region oder Disziplin spezialisiert haben.

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Crowdfunding gab es schon früher

Wie man am englischen Sprachgebrauch ableiten kann, kommt Crowdfunding wie so vieles aus den USA, wo Musiker schon im Jahr 2003 Geld von ihren Fans für die Produktion und Vermarktung des nächsten Albums gesammelt haben. Den wahren Ursprung der Schwarmfinanzierung kann man jedoch schon viel früher erkennen. Ein berühmtes Beispiel dafür ist die Errichtung der Freiheitsstatue in New York. So finanzierten die Bürger der City in 1885 durch eine Sammelaktion den Aufbau der Lady Liberty. Und auch schon Wolfgang Amadeus Mozart bediente sich im Jahr 1783 des Crowdfundings um seine Klavierkonzerte vorzufinanzieren.

Über die Autorin

Jenny Laue ist International Digital Marketing Executive in Großbritannien. In Zusammenarbeit mit ihren Kollegen ist sie als Content Creator für den Bloginhalt des Büroartikel-Lieferanten Viking Deutschland verantwortlich. Hier finden Gründer und Angestellte Tipps, die das Arbeitsleben erleichtern sollen.

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